Chronik – Reformation im Allgäu nach schweizerischer Prägung


1559

Graf Philipp von Pappenheim, der Landesherr über einen Teil desGebietes von Grönenbach,
Herbishofen und Theinselberg bringt von einer Reise durch die Schweiz den reformierten
Glauben und einen Prediger mit ins Allgäu. Er führt diesen Glauben in seinem
Herrschaftsgebiet ein. Sein Bruder Alexander bleibt mit seinen Untertanen katholisch.
Die Kirchen in Herbishofen und auf dem Theinselberg (beide erstmals 1167 erwähnt) gehen
in den Besitz der evangelisch-reformierten Gemeine über.

1613 Obwohl Graf Philipp von Pappenheim in seinem Testament den Schutzseiner reformierten
Untertanen verlangt, können sich diese nur mit Unterstützung durch die Schweizer
Glaubensgenossen gegen die Katholiken behaupten.
1659

Die beiden Kirchen in Herbishofen und auf dem Theinselberg werden nach der Verwüstung
im Dreißigjährigen Krieg mit finanzieller Unterstützung verschiedener Schweizer
Städte wieder renoviert.

1692 Besitztümer der Pappenheimer werden an die Fürstabtei Kempten verkauft. Darauf müssen
die Reformierten allerlei Schikanen durch den Fürstabt erdulden.
1802

Eine große Veränderung bringt erst die Besitzname des Fürstentums Kempten durch
die Bayerische Krone.
Durch gesetzliche Verankerung der Religions- und Gewissensfreiheit, beruhigt sich das
Verhältnis zwischen Reformierten und Katholiken.

1812 Das Züricher Gesangbuch wird eingeführt, nachdem vorherdie „Lobwasserschen Psalmen“
in Gebrauch waren.
1872 Die beiden reformierten Gemeinden Herbishofen und Grönenbach schließen sich dem
bayerischen Synodalverband an.
1900

In Herbishofen wird gegenüber dem Pfarrhof eine neue Schule errichtet.

1918 Der alte Pfarrhof auf dem Theinselberg brennt ab.
1956

Das Schweizer Gesangbuch wird eingeführt. Zuvor war das Westfälische Gesangbuch für
einige Jahre in Gebrauch gewesen.

1973

Ein heftiger Blitzeinschlag zerstört das Kirchturmdach sowie viele Fenster der
Kirche auf dem Theinselberg.

1974 Ein Kindergarten mit einer Gruppe wird im Pfarrhaus-Erdgeschoss eingerichtet.
1989 Die evangelisch-reformierte Kirche in Bayern schließt sich mit der
Evangelisch-reformierten Kirche in Nordwestdeutschland zusammen.
1991/92

Ein neuer Kindergarten für zwei Gruppen wird in Herbishofen gebaut.

2000

Das neue Schweizer Gesangbuch – Gesangbuch der Evangelisch-reformierten
Kirchen der deutschsprachigen Schweiz – wird eingeführt.

2001

Der Kindergarten in Herbishofen wird um eine dritte Gruppe erweitert, die im
Dachgeschoss des Gebäudes untergebracht wird.

2009 Aus Anlass des 450 jährigen Jubiläums der beiden Allgäuer Kirchengemeinden
findet der Kirchentag der Ev.-ref. Kirche in Bayern in Herbishofen statt.
2011 Eine Kinderkrippe wird in einem Gruppenraum des Kindergartens
eingerichtet.
2013 Ein neuer Gemeinderaum und ein neuer Aussegnungsraum werden auf dem
Theinselberg in Gebrauch genommen.