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Der 23. Psalm gehört zum Restbestand dessen, was man heute aus der Bibel noch kennt, vielleicht sogar irgendwann auswendig gelernt hat. Wann dieser Psalm zuerst gesprochen wurde, wer ihn gedichtet hat und in welcher Situation er genau entstanden ist – wir wissen es heute nicht mehr.

Es ist auch nicht entscheidend. Wichtiger ist: Der Psalm sagt in schönen Bildern etwas sehr Einfaches: Gott kümmert sich um uns; darum haben wir es gut und brauchen uns nicht zu fürchten.

Das kann jedes Kind verstehen, aber die Aussage ist eben nicht kindlich, sondern ganz elementar: Ich habe einen Hirten, einen Herrn. Ich muss nicht umherirren. Ich weiß, wohin ich gehöre und an wem ich mich orientieren kann.

Hirte und Herde – vielleicht findet das Bild nicht überall Zustimmung. Für die einen zu idyllisch, für die anderen zu autoritär. Doch der Hirte ist weder ein Romantiker noch ein harter Chef. Er ist einer, der mit Menschen umgehen kann. Einer, der aufpasst, dass auch dem Schwächsten nichts Böses geschieht. Einer, der wacht, und einer, der kämpft, wenn es sein muss.

Der Psalm bringt ganz urtümliche Bilder: Der Hirte, der mit seinem Stab den Weg weist und schützt. Reiche Weideplätze mit frischem Wasser und Grün. Aber auch die finstere Schlucht, durch die niemand ohne Beklemmung eilt. Gott, der die Verfolgten an seinen Tisch bittet und ihnen Gutes zukommen lässt. Und als Ziel der Wanderung die immer währende Wohnung im Haus Gottes.

Der 23. Psalm, uralt und schön, ein Gedicht des Friedens und der Zuversicht und der Geborgenheit. Und dabei werden die dunklen Seiten unseres Lebens nicht verheimlicht oder verniedlicht. Es gibt das finstere Tal, in dem der Tod seine Schatten vorauswirft. Wir leben in einer Welt, in der es immer wieder Unglücke gibt, und wir werden davon nicht verschont.

Aber wir brauchen das Unglück nicht zu fürchten, denn – und hier geht der Psalm unvermittelt zum vertrauten „Du“ über: „Du bist bei mir“.

So tröstet der Psalm zugleich und macht deutlich: Am Ende steht das Glück und nicht das Unglück, die Geborgenheit und nicht das Verlorensein.

Kein Wunder, dass viele diesen Psalm gerade in Stunden der Bedrängnis gelesen haben und nicht wenige ihn ihr ganzes Leben mit sich tragen.